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Raus aus der Überforderung

  • 9. Juni
  • 2 Min. Lesezeit


Ich habe mich in den letzten Wochen oft überfordert gefühlt. Bei mir äußert sich das durch Konzentrationsmangel und eine kurze Lunte. Ich vergesse mitten im Satz, was ich eigentlich sagen wollte und wie die Person heißt, mit der ich gerade rede. So geht das immer weiter: Ich lese die Nachricht einer Freundin, ohne sie wirklich aufzunehmen, und reagiere auf eine Kleinigkeit, als wäre es eine Katastrophe – um dann selbst erschrocken zu sein über meine eigene Reaktion. Kennt ihr vielleicht auch…


Es ist oft nicht einfach, unser modernes Leben mit all den brüllenden Einflüssen von außen, den alltäglich wiederkehrenden Herausforderungen und den oft eisenharten Selbstansprüchen. Wir rennen, bis wir nicht mehr wissen, wohin eigentlich. Für den Job, für die Familie, für die Kunden, die Klienten, die Patienten, die Followerzahl – vor allem für das Bild, das wir nach außen tragen wollen. Und irgendwo dazwischen verlieren wir uns selbst.


Ich verliere mich selbst. Andauernd und immer wieder.


Genau da beginnt für mich SOULSPORTS – nicht wenn alles perfekt ist, sondern wenn es zäh wird. Wenn der Tank leer ist und man sich fragt, wer man eigentlich war, bevor der bloße Alltag einen so alle gemacht hat.


Bewegung war für mich lange ein Mittel zum Zweck – ein Werkzeug gegen das medial geprägte Feindbild "Körperfett", aber nicht gegen das Chaos in meinem Kopf. Aber dann habe ich gemerkt: Wenn ich mich auf die Matte stelle und wirklich ankomme – nicht am Ende meiner To-do-Liste oder mit einem fünfstelligen Kontostand, sondern bei mir –, dann kehrt etwas zurück, von dem ich gar nicht gemerkt hatte, wie sehr es mir fehlt.


Ich habe mir gefehlt. Einfach die Lexi, ohne ihre Aufgaben, ohne ihre Rolle, ohne ihre großen Erwartungen.


Meine Routine ist kein Luxus. Sie ist Notwendigkeit. Ich bin und bleibe meine erste und beste Kundin. Nicht weil sich das glaubwürdig verkauft, sondern weil ich weiß, was passiert, wenn ich es nicht bin. Die fiese Gereiztheit, die bleischwere Erschöpfung und das Gefühl, auf der letzten Rille zu fahren.


Also: Matte raus, Sportschuhe an oder ab aufs Rad. Tief durchatmen und nach ein paar Minuten etwas spüren. Jeden Tag ankommen: wieder bei sich selbst.

 
 
 

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